Für mehr Spielraum: Sieben Punkte für ein starkes Sportland
Positionierung: „Für mehr Spielraum: Sieben Punkte für ein starkes Sportland“
Sport ist die größte zivilgesellschaftliche Kraft in Schleswig-Holstein. Mehr als 800.000 Menschen sind in über 2.400 Sportvereinen aktiv, organisiert unter dem Dach des Landessportverbandes Schleswig-Holstein (LSV) mit seinen 15 Kreissportverbänden sowie 56 Landesfach- und Sportfachverbänden. Fast 1 Millionen Schleswig-Holsteinerinnen und Schleswig-Holsteiner partizipieren jährlich an Angeboten und Projekten des organisierten Sports.
Der Sport fördert Gesundheit, Bildung und Persönlichkeitsentwicklung, schafft Gemeinschaft und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Damit leistet er einen unverzichtbaren Beitrag für ein lebenswertes, gesellschaftlich, wirtschaftlich und sozial zukunftsfähiges Schleswig-Holstein.
Die Förderung des Sports ist in Schleswig-Holstein Verfassungsauftrag und gesetzlich abgesichert. Daraus erwächst ein Verantwortungsdreiklang für den Landessportverband, die Kommunen und das Land. Insbesondere in Zeiten angespannter Haushaltslagen kann es nur gemeinschaftlich gelingen verlässliche, bedarfsgerechte und zukunftsfeste Rahmenbedingungen zu schaffen, damit der überwiegend ehrenamtlich organisierte Sport seine vielfältigen gesellschaftlichen Aufgaben dauerhaft erfüllen und neue Herausforderungen bewältigen kann. Es muss gemeinsames Ziel sein, dass der Sport auch zukünftig parteipolitisch unabhängig (autonom) und niedrigschwellig in die Breite wirken kann.
Die Sportentwicklungsplanung des Landes bildet dafür den idealen strategischen Rahmen. Entscheidend ist, formulierte Ziele fortlaufend politisch zu schärfen, abgestimmte Maßnahmen ressortübergreifend zu koordinieren und konsequent einer Umsetzung zuzuführen.
In 7 Kernforderungen formuliert der LSV gegenüber den politischen Verantwortungsträgern im Land die Voraussetzungen, die zwingend erforderlich sind, damit Breiten- und Leistungssport unter verlässlichen Rahmenbedingungen aufblühen und ihre gesellschaftliche Bedeutung voll entfalten können. Grundlage dieser Positionierung ist der Sportpolitische Orientierungsrahmen 2025–2028 des Landessportverbandes Schleswig-Holstein.
Sportpolitik ist mehr als die Aufgabe eines einzelnen Ministeriums. Sie muss in allen Politikfeldern verbindlich mitgedacht werden.
Wir fordern:
- Sport als Querschnittsaufgabe in allen Ministerien zu verankern und zentral in der Staatskanzlei zu koordinieren.
→ Sport ressortübergreifend verankern - die verfassungsrechtlich geschützte Autonomie des Sports zu wahren und den Sport in die Lage zu versetzen, seine Strukturen, Regeln und Angelegenheiten selbstbestimmt und unabhängig zu gestalten.
→ Autonomie des Sports schützen - den organisierten Sport verbindlich in politische Entscheidungsprozesse im Zusammenhang mit der Sportentwicklungsplanung des Landes einzubeziehen.
→ Verbindliche Beteiligung des organisierten Sports - Sportvereinen und -verbänden verlässliche Rahmenbedingungen zu ermöglichen, damit sie ihre sportlichen und gesellschaftlichen Aufgaben dauerhaft erfüllen können.
→ Rahmenbedingungen für Vereine und Verbände stärken - Bürokratieabbau und Digitalisierung zur spürbaren Entlastung des Ehrenamtes konsequent voranzutreiben und Initiativen aus dem Sport zu unterstützen.
→ Ehrenamt spürbar entlasten und initiativ unterstützen - die Förderung des Sports, insbesondere der Sportstätten, als kommunale Selbstverwaltungsaufgabe höher zu gewichten und im Landeshaushalt wie auch in den Kommunalhaushalten abzusichern.
→ Sportförderung finanziell absichern
Die wachsenden Aufgaben des Sports erfordern eine verlässliche Förderung, langfristige Planungssicherheit und die konsequente Umsetzung der landesweiten Sportentwicklungsplanung.
Wir fordern:
- die Anpassung der Sportförderung an nachgewiesene und anerkannte Bedarfe sowie die strukturelle Dynamisierung der Fördermittel für den Sport zur Sicherung der Handlungsfähigkeit des organisierten Sportsystems.
→ Sportförderung bedarfsgerecht anpassen und dynamisieren - die strategische Steuerung der Sportentwicklungsplanung des Landes zu stärken, als politisches Handlungsfeld klar zu priorisieren und verbindlich, transparent und koordiniert umzusetzen.
→ Sportentwicklungsplanung verbindlich und koordiniert umsetzen - eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele mit verbindlichen und zielführenden Maßnahmen der landesweiten Sportentwicklungsplanung zielstrebig zu flankieren.
→ Deutschlands Olympiabewerbung durch zielführende Maßnahmen unterstützen - die Berücksichtigung des Sports bei Haushalts-, Infrastruktur- und Förderentscheidungen des Landes angesichts steigender Anforderungen an Themen und Verantwortlichkeiten der Sportvereine und -verbände.
→ Sport bei Landesentscheidungen mitdenken
Das Land muss die Voraussetzungen dafür schaffen, dass alle Menschen unabhängig von Alter und Lebenssituation Zugang zu Bewegung und Sport haben.
Wir fordern:
- Bewegung und Sport zu einem festen Bestandteil der Gesundheits- und Präventionsstrategie des Landes zu machen und den organisierten Sport in die relevanten Gremien und Arbeitsstrukturen einzubeziehen.
→ den Sport in die Gesundheitspolitik einbinden - Bewegung und Sport verbindlich in die pädagogischen Konzepte von Kitas und Ganztagseinrichtungen sowie in den Schulalltag und die Lehrpläne aufzunehmen und eine verpflichtende, tägliche Bewegungszeit für alle Kinder und Jugendlichen einzuführen.
→ Tägliche Bewegung für alle Kinder und Jugendlichen in Kita und Schule - qualifizierten Sportunterricht im Elementar- und Grundschulbereich durch ausgebildete Lehrkräfte zu gewährleisten und eine zusätzliche Sportstunde einzuführen.
→ qualifizierten Sportunterricht sichern und zusätzliche Sportstunde einführen - den Ausbau, die Weiterentwicklung und die dauerhafte finanzielle Absicherung des Ganztages, u. a. durch Maßnahmen zur Stärkung der Rahmenbedingungen für Vereine im Ganztag sowie die Bereitstellung auskömmlicher Mittel für das LSV-Programm „Schule und Verein“.
→ Stärkung der Rahmenbedingungen für Vereine im Ganztag - Bewegung und Sport in allen Lebensphasen als Bestandteil der gesellschaftlichen Daseinsvorsorge anzuerkennen und entsprechend zu fördern.
→ Bewegung als Daseinsvorsorge anerkennen
Der organisierte Sport ist auf qualifizierte und ehrenamtlich engagierte Menschen angewiesen. Ihre Gewinnung, Bindung und Unterstützung erfordern verlässliche Strukturen und gezielte politische Maßnahmen.
Wir fordern:
- eine Initiative zur jährlichen Erhöhung der Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale.
→ Ehrenamts- und Übungsleiterpauschale dynamisieren - den organisierten Sport an der Weiterentwicklung der Ehrenamtsstrategie des Landes maßgeblich zu beteiligen, um die Sichtbarkeit ehrenamtlichen Engagements zu stärken und Kompetenzen zu nutzen.
→ stärkere Beteiligung an politischen Strategie- und Entscheidungsprozesse, die das Ehrenamt betreffen - die Förderung jungen Engagements im Sport dauerhaft zu stärken und dafür Mittel für die Jugendverbandsarbeit, Aus- und Fortbildung sowie Jugendbildungsreferent*innen-Stellen anzuheben und regelmäßig anzupassen.
→ Förderung jungen Engagements dauerhaft stärken - mit gemeinsam abgestimmten Maßnahmen zwischen Land und LSV die Qualifizierung zu stärken, um mehr Übungsleiter*innen und Trainer*innen zu gewinnen und dauerhaft zu binden.
→ Qualifizierung stärken, Ehrenamt gewinnen und binden - den Erhalt und die Stärkung der erfolgreichen Jugendfreiwilligendienste im Sport sowie deren Berücksichtigung bei den Planungen für neue Pflicht-/Ersatzdienste.
→ Stärkung der Jugendfreiwilligendienste
Bedarfsgerechte Sportstätten und Sporträume sind Grundvoraussetzung für Bewegung und Sport. Um den Sanierungsstau abzubauen und Sporträume nachhaltig weiterzuentwickeln, braucht es langfristig gesicherte Investitionen.
Wir fordern:
- gemeinsam mit LSV und Kommunen einen landesweiten Sanierungs- und Modernisierungsfahrplan für die Sportstätteninfrastruktur mit langfristig gesicherten Investitionsmitteln zu entwickeln.
→ Sanierungsstau planvoll abbauen - ein dauerhaftes Sportstätteninvestitionsprogramm des Landes.
→ Dauerhaftes Investitionsprogramm auflegen - die konsequente Berücksichtigung des organisierten Sports bei der Verteilung von Bundesmitteln und Mittelzuweisung von Förderprogrammen für den Sport.
→ den organisierten Sport bei Mittelvergaben konsequent berücksichtigen - die jährlichen Investitionsmittel des LSV um 2,25 Millionen Euro zu erhöhen, um vereinseigene Sportstätten fördern und Maßnahmen kofinanzieren zu können.
→ verbindliche Investitionen in vereinseigene Sportstätten ermöglichen - barrierefreie und klimaangepasste Sportanlagen zu fördern und Menschen mit Behinderungen einen gleichberechtigten Zugang zu Sportangeboten zu ermöglichen.
→ die barrierefreie und klimaangepasste Entwicklung von Sportstätten unterstützen
Von der Talentfindung bis zur sportlichen Spitze braucht es verlässliche Strukturen und eine bedarfsgerechte Förderung.
Wir fordern:
- das Stützpunktsystem langfristig zu sichern und bedarfsgerecht auszubauen.
→ Stützpunktsystem sichern und ausbauen - die Leistungssportinfrastruktur in Schleswig-Holstein bedarfsgerecht ausbauen.
→ Beste Trainingsbedingungen schaffen - eine Erhöhung der finanziellen Mittel zur auskömmlichen Finanzierung von Landestrainer*innen und Sichtungsscouts.
→ Landestrainer*innen und Sichtungsscouts stärken/absichern - eine verlässliche und bedarfsgerechte Förderung der Kaderathlet*innen und Talente sicherzustellen.
→ Kaderathlet*innen und Talente verlässlich fördern
Um seine gesellschaftliche Verantwortung dauerhaft wahrnehmen zu können, braucht der Sport verlässliche Partnerschaften, langfristige Förderstrukturen und politische Unterstützung.
Wir fordern:
- die konsequente Einbindung des organisierten Sports bei gesellschaftspolitischen Aufgaben, insbesondere in den Bereichen Gesundheit, Bildung, Integration, Demokratie, Inklusion, Teilhabe, Gleichstellung und Nachhaltigkeit als kompetenter Partner auf Augenhöhe.
→ den Sport als gesellschaftspolitischen Partner einbinden - verlässliche und langfristige Förderstrukturen zur Initiierung und Verstetigung erfolgreicher Programme und Initiativen des Sports wie „Sport für alle”, „Sport gegen Gewalt, Intoleranz und Fremdenfeindlichkeit” und „Inklusion im und durch Sport”.
→ Gesellschaftspolitische Arbeit verlässlich fördern - Vielfalt und Chancengerechtigkeit im Sport zu fördern und den organisierten Sport beim Schutz vor Diskriminierung, Gewalt und antidemokratischen Tendenzen zu unterstützen.
→ Vielfalt fördern, Diskriminierung verhindern
Stefan Arlt
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Fon: 0431 / 64 86 - 163
Mail: stefan.arlt[at]lsv-sh.de












