Strategieprozess Safe Sport
Um den Bereich „Schutz vor Gewalt“ im LSV zukunftsfähig aufzustellen und wirkungsvoll mit dem Handlungsfeld „Aktiv im Kinder- und Jugendschutz“ der sjsh zu verbinden, wurde im Jahr 2025 – unter Begleitung der DOSB-Führungsakademie – ein umfassender Strategieprozess initiiert. Ziel ist es, das Thema Safe Sport langfristig strategisch, strukturell und praktisch im Gesamtverband zu verankern.
Das im Rahmen dieses Prozesses entwickelte Gesamtkonzept verfolgt einen systematischen Ansatz: Es verbindet eine klare Haltung mit definierten Verantwortlichkeiten sowie konkreten operativen Zielen und Maßnahmen. Dadurch entsteht ein ganzheitlicher Orientierungsrahmen für Prävention, Intervention und Aufarbeitung.
Aufbauend auf den bereits bestehenden Aktivitäten des LSV und der sjsh werden tragfähige und langfristige Strukturen weiterentwickelt. Diese werden gezielt in praxisnahe Maßnahmen überführt, die sich konsequent gegen alle Formen interpersonaler Gewalt richten und den Schutz von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen im Sport stärken.
Auszüge aus der Strategie Safe Sport:
Unter dem Begriff Safe Sport verstehen wir die Gestaltung eines sicheren, respektvollen und fairen Sportumfeldes, in dem alle Beteiligten vor interpersonaler Gewalt und Diskriminierung geschützt sind. Safe Sport umfasst sowohl präventive Maßnahmen wie Sensibilisierung, Qualifizierung und Verhaltensregeln als auch Strukturen zur Intervention und Aufarbeitung, um Grenzverletzungen konsequent zu bearbeiten. Die Aktivitäten richten sich gegen alle Formen der interpersonalen Gewalt.
Interpersonale Gewalt beschreibt folgende Gewaltformen:
Körperliche Gewalt
Handlungen (oder das Unterlassen einer Handlung), die eine physische Schädigung oder Verletzung hervorrufen können
- z.B.: Schlagen, Treten, Schütteln, Zwang zur Einnahme von Substanzen, trotz Verletzung spielen müssen
Psychische/ Emotionale Gewalt
Nicht-körperliche Handlungen, die der psychischen Gesundheit / geistigen Entwicklung schaden können
- z.B.: Herabwürdigung, Verspottung, Bedrohung, Isolierung, Druck unrealistische Erwartungen zu erfüllen
Sexualisierte Gewalt
Unerwünschte oder erzwungene Handlungen mit sexueller Komponente, mit und ohne Körperkontakt
- z.B.: sexualisierte Bemerkungen, Zeigen pornografischer Inhalte, digitale Belästigung, sexuelle Übergriffe
Vernachlässigung
Vernachlässigung / Ignoranz grundlegender gesundheitlicher Bedürfnisse, insbesondere bei Kindern
- z.B.: fehlende Verpflegung, mangelnde Sicherheitsstandards, unzureichende medizinische Versorgung
Diskriminierung
Benachteiligung, Herabwürdigung oder Ungleichbehandlung basierend auf spezifischen Merkmalen einer Person
- z.B.: Diskriminierung aufgrund der sozialen, ethnischen oder kulturellen Herkunft; der sexuellen Orientierung oder Auslebung; einer Behinderung; des Alters; des Geschlechts; der politischen Überzeugung
Die Strategie Safe Sport umfasst, neben dem Selbstverständnis des LSV und der sjsh, insgesamt 30 strategische Ziele, die sechs zentralen Handlungsfeldern zugeordnet sind. Der bewusst langfristig gewählte Zeithorizont trägt den komplexen Entwicklungsprozessen im Themenfeld Safe Sport Rechnung. Gleichzeitig ermöglicht er, notwendige Ressourcen mittel- bis langfristig aufzubauen und nachhaltig zu sichern.
Für eine wirksame Umsetzung werden die strategischen Ziele systematisch in konkrete operative Zielsetzungen überführt. Auf dieser Grundlage entstehen klar definierte Meilensteine, die eine kontinuierliche Steuerung, Überprüfung und Weiterentwicklung des Fortschritts gewährleisten.
Die Aktivitäten des Verbandes zeichnen sich im Themenfeld Safe Sport durch folgende sechs Handlungsfelder aus:
- Intervention
Intervention umfasst alle organisatorischen, personellen und prozessualen Maßnahmen zum Aufbau und zur Etablierung transparenter, vertrauenswürdiger Strukturen. Diese Interventionsstrukturen sollen sowohl intern wirksam als auch für externe Personen sichtbar und zugänglich sein. - Interne Strukturen und Ressourcen
„Strukturen & Ressourcen“ bezeichnet alle internen Voraussetzungen – organisatorisch, personell, finanziell und infrastrukturell – die notwendig sind, um Safe Sport wirksam, nachhaltig und dauerhaft umzusetzen. Ziel ist der Aufbau einer verbindlichen und gut ausgestatteten Verbandsstruktur, die Safe Sport als Querschnittsaufgabe verankert, klare Zuständigkeiten schafft und die langfristige Umsetzung von Schutz-, Präventions- und Interventionsmaßnahmen sicherstellt. - Vermittlung
Vermittlung bezeichnet die aktive Bereitstellung, Darstellung und Weitergabe von Unterstützungsleistungen an Mitgliedsverbände und -vereine. Ziel ist es, den Zugang zu relevanten Informationen, Ansprechpersonen und Hilfsangeboten transparent, verständlich und nutzbar zu gestalten. - Qualifizierung und Sensibilisierung
Qualifizierung umfasst den Auf- und Ausbau aller nach intern und extern ausgerichteten Maßnahmen zur Sensibilisierung und Kompetenzentwicklung von Mitarbeitenden, Multiplikator*innen und im Themenfeld engagierter Personen. Sie sind darauf ausgerichtet, die fachgerechte und nachhaltige Bearbeitung des Themenfelds Safe Sport im Landessportverband und seinen Mitgliedsverbände und -vereine sicherzustellen. - Öffentlichkeitsarbeit
Öffentlichkeitsarbeit vereint alle nach intern und extern gerichteten Kommunikationsmaßnahmen, um die Relevanz des Themenfelds Safe Sport sowie das Selbstverständnis und die Leistungen des LSV und sjsh sichtbar zu machen. - Vernetzung
Vernetzung umschreibt den systematischen Aufbau, die Pflege und den Ausbau von Kooperationen und Austauschstrukturen zwischen relevanten sportinternen und -externen Akteuren, um Wissen zu teilen, gemeinsame Lösungen zu entwickeln und Synergien effektiv zu nutzen.
Margarethe Germ
Team Schutz vor Gewalt - Prävention
Fon: 0431 / 64 86 - 137
Mail: margarethe.germ[at]lsv-sh.de
Tanja Krampen
Team Schutz vor Gewalt - Intervention und Fachberatung
Fon: 0431 / 64 86 - 191
Mail: tanja.krampen[at]lsv-sh.de
Meike Kliewe
Team Schutz vor Gewalt - Organisation
Fon: 0431 / 64 86 - 186
Mail: meike.kliewe[at]lsv-sh.de














