Gleichstellung im Sport

Gleichstellung im Sport ist im Kontext der Gleichstellung in der Gesellschaft zu betrachten.

In der Rubrik „Gleichstellung im LSV S-H“ können Sie sich über aktuelle Meldungen, Termine und Projekte im Bereich der Gleichstellung im Landessportverband Schleswig-Holstein informieren.
Der LSV unterstützt seine Mitgliedsorganisationen bei der Gleichstellungsarbeit im organisierten Sport auf vielfältige Weise:
- Sensibilisierung für Gleichstellungsthemen im Ehrenamt und Hauptamt
- Informationen über Chancen und Herausforderungen von Gender Mainstreaming und Diversity Management
- Konzeption und Durchführung von Fortbildungen und Veranstaltungen
- Bereitstellung von Arbeitsmaterialien
- Öffentlichkeitsarbeit
- Entwicklung einer Gleichstellungsstrategie und eines Gleichstellungsplanes

Wenn Sie Fragen oder Anregungen haben oder Unterstützung benötigen, wenden Sie sich gerne an uns!

Was bedeutet Gleichstellung?

Gleichstellung bedeutet, dass alle Geschlechter, unabhängig von Herkunft, Alter, körperlichen und geistigen Fähigkeiten, Religionszugehörigkeit oder sexueller Orientierung die gleichen Zugangschancen, Rechte, Pflichten und Möglichkeiten in allen Bereichen des Lebens haben.

Die Gleichstellungsarbeit im LSV wirkt darauf hin, die Chancengleichheit und Vielfalt aller Geschlechter mit Hilfe von Gender Mainstreaming (GM) auf allen Ebenen im organisierten Sport strukturell zu verankern und durch entsprechende Maßnahmen auf die gleichberechtigte Teilhabe, Partizipation und Einflussmöglichkeiten im organisierten Sport hinzuwirken.

Was bewirkt Gleichstellungsarbeit?

Positive Effekte der Gleichstellungsarbeit sind ...

  • sie ermöglicht bessere Arbeitsergebnisse. Viele Studien zeigen, dass gemischte und vielfältige Teams erfolgreicher agieren.
  • sie unterstützt die Verwirklichung der Chancengleichheit und der echten Wahlfreiheit für einen individuellen Lebensentwurf.
  • sie hilft, die vielfältigen Potenziale zu erkennen und zu nutzen (auch ein volkswirtschaftlicher Vorteil).
  • sie entwickelt Realitäten, die sicher stellen, dass alle Geschlechter die gleichen Möglichkeiten, Zuständigkeiten und Verbindlichkeiten haben, ihren Beitrag zu leisten –  beim Sport, am Arbeitsplatz und im Ehrenamt –, womit sich ihr eigenes Wohlergehen und das der Gesellschaft erhöht.

Veränderungen sind nicht immer einfach, und es braucht Wissen, Initiativen, Handelnde und Zeit, bis sich tief verwurzelte Einstellungen im Kontakt mit einer sich wandelnden Realität verändern. Darum ist Gleichstellungsarbeit wichtig!

 

Warum ist Gleichstellungsarbeit für den organisierten Sport wichtig?

In den letzten Jahren ist sowohl in der Gesellschaft als auch im Sport viel passiert: Die Anzahl der Frauen in den Vereinen ist gestiegen, der Frauenanteil in beschließenden Organen hat sich erhöht, die Verteilung der Ressourcen wurde gerechter, die Frauen haben große Erfolge in einigen Sportarten errungen. Es gab und gibt eine Entwicklung nach vorne, aber noch immer bleibt viel zu tun, bis sowohl die Gesellschaft als auch der organisierte Sport gleichgestellt ist.Ein retardierender Umstand ist, dass das Sportvereinswesen von Männern gegründet wurde und daher noch immer stark von männlichen Normen und Machtstrukturen geprägt ist.

Ausgrenzungen und Vorurteile gegenüber den Geschlechtern sind im Sport weniger geworden, aber es gibt sie noch. So dürfen Frauen erst seit kurzem offiziell Skispringen, aber Nordische Kombination dürfen sie noch nicht betreiben. Männer haben inzwischen die Erlaubnis an internationalen Wettbewerben im Synchronschwimmen teilzunehmen, aber keinen Zugang zu Wettbewerben der Rhythmischen Sportgymnastik oder Schwebebalken. Im Leistungssport erhalten Männer (als Aktive, Trainer oder Berichterstatter) oft höhere Prämien und verdienen mehr als Frauen. Auch die Sensibilisierung für LSBITQ* (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Inter- und Transgender sowie queer *) ist ein wichtiges Thema, mit dem sich der organisierte Sport beschäftigen muss.

Geschlechtsunterschiede sind nach wie vor in der Sportberichterstattung sichtbar. Über Frauensportwettbewerbe wird deutlich weniger und anders in den Medien berichtet. Sportlerinnen werden oft trivialisiert und ihr Aussehen und Verhalten im Verhältnis zu ihren sportlichen Leistungen deutlich stärker in den Vordergrund gerückt als bei Männern.

51% der Einwohner Deutschland sind weiblich. Nach einer Studie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) sind insgesamt Frauen sportlich aktiver als Männer. Trotzdem beträgt ihr Anteil in den Sportvereinen nur 40%. Auch die Sensbilisierung und die Positionierung im Themenfeld LSBITQ+* (Lesbisch, Schwul, Bisexuell, Inter- und Transgender sowie Quer*), wird auch für den organisierten Sport immer wichtiger bei der Mitgliedergewinnung.

In den Führungsgremien des organisierten Sports in Deutschland sind Frauen (noch immer) nur gering vertreten. Weitere Details für die Bundesebene finden im aktuellen DOSB-Gleichstellungsbericht, für den Landessportverband Schleswig-Holstein (LSV S-H) hier.

Fazit:
Es gibt im noch viele Bereiche im organisierten Sport die in Bezug auf die Gleichstellung optimiert werden können und müssen.
Verbände, Vereine und Abteilungen, die sich dieser Herausforderung stellen und bestehende Hemmnisse beseitigen, erweitern ihre Zielgruppen und werden dadurch wettbewerbsfähiger. Sie gewinnen neue Mitglieder und ehrenamtlich engagierte Personen. Zudem verbessern sie ihr Image und werden attraktiver für (potentielle) Sponsoren.