Alter in Bewegung - Das Bewegungsprogramm für pflegebedürftige Menschen

„Alter in Bewegung“ ist ein Projekt des Landessportverband Schleswig-Holstein in Kooperation mit unserem Präventionspartner, der AOK NORDWEST und weiteren regionalen Netzwerkpartnern.

„Alter in Bewegung“ ist ein funktional ausgerichtetes Ganzkörpertraining, das sowohl die physischen als auch die kognitiven Parameter der Teilnehmerinnen und Teilnehmer verbessert. Dies wirkt sich positiv auf die funktionelle Leistungsfähigkeit der Seniorinnen und Senioren aus. Die regelmäßige Teilnahme am Bewegungsprogramm in der Gruppe und der damit einhergehende Ausbau sozialer Beziehungen lassen außerdem zusätzliche positive Effekte auf das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwarten.

Das Besondere am Programm „Alter in Bewegung“  ist die kooperative Zusammenarbeit zwischen Sportvereinen und stationären Pflegeeinrichtungen sowie die Umsetzung des Programms vor Ort in der Lebenswelt der Zielgruppe.

Die Übungsleiterinnen und Übungsleiter bringen das Bewegungsangebot direkt in die Einrichtungen. Auf diese Weise bekommen Sportvereine die Möglichkeit, sich der stetig wachsenden Zielgruppe zu präsentieren und sich in dem weiten Feld des Seniorensports optimal zu positionieren. Im Gegenzug öffnen sich die Pflegeeinrichtungen auch für ältere Menschen aus der Nachbarschaft oder Mitglieder der Sportvereine und fördern auf diese Weise die Vernetzung im Quartier.

Die Umsetzung

Um am Projekt teilnehmen zu können, müssen die Sportvereine die Förderkriterien und eine Kooperationsvereinbarung, in der die Richtlinien der Zusammenarbeit festgelegt sind, zusammen mit den kooperierenden Pflegeeinrichtungen  unterzeichnen. Die jeweiligen Vorlagen erhalten die Sportvereine vom Landessportverband Schleswig-Holstein. Zudem müssen die Übungsleiterinnen und Übungsleiter die 15 Lerneinheiten umfassende Schulung „Alter in Bewegung“ des Landessportverbandes Schleswig-Holstein absolvieren, bevor die Umsetzung des Bewegungsprogramms in der Praxis erfolgen kann.

Nach Ablauf des ersten Starterkurses sollte das Programm „Alter in Bewegung“ im Sinne einer nachhaltigen Gesundheitsförderung der Pflegebedürftigen langfristig in eine eigenständige Regelfinanzierung überführt werden, sodass eine regelmäßige Durchführung des Angebots gewährleistet werden kann. Dies setzt die Bereitschaft der Sportvereine und Pflegeeinrichtungen voraus, das Kursangebot fortführen zu wollen. Für eine Regelfinanzierung gibt es verschiedene denkbare Finanzierungsmodelle. Die Sportvereine und Pflegeeinrichtungen sollten sich in gemeinsamer Absprache auf eines der folgenden Modelle einigen, um die Finanzierung und damit den Fortbestand des Angebots gewährleisten zu können:

  • Die Pflegeeinrichtung wird gemäß Vereinssatzung als juristische Person Mitglied des Sportvereins.
  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen gemäß der Vereinssatzung eine Mitgliedschaft im Sportverein ein.
  • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zahlen eine Kursgebühr in einer vom Sportverein festgelegten Höhe, während Vereinsmitglieder eine ermäßigte Kursgebühr zahlen.
  • Die Pflegeeinrichtung zahlt für die Bewohnerinnen und Bewohner die Kursgebühr in einer vom Sportverein festgesetzten Höhe.
  • Die Pflegeeinrichtung zahlt eine Übungsleiterpauschale an den Sportverein in einer von diesem festgesetzten Höhe.

Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Einrichtungen großes Interesse an einer Kooperation mit einem Sportverein haben, sobald deutlich wird, in welchem Maße die Einrichtungen und ihre Bewohnerinnen und Bewohner von der Kooperation profitieren. Auch die Zusammenarbeit mit mehreren Kooperationspartnern ist denkbar, sodass ein Ausbau des eigenen Netzwerks möglich ist.

Die Förderung

Um dem Projekt bei der landesweiten Implementierung zu einem erfolgreichen Start zu verhelfen, werden die Sportvereine bei der Implementierung des ersten Kurses in der Startphase finanziell unterstützt. Die  Förderung umfasst zum einen die Finanzierung der Übungsleiteraufwandsentschädigung für den ersten, 24 Trainingseinheiten (insgesamt 600€) umfassenden, Starterkurs und zum anderen eine Anschubfinanzierung (bis zu 400€), die weitere Kosten des Sportvereins in der Startphase deckt. Von dieser Anschubfinanzierung können die Sportvereine zusätzlich zum Honorar der Übungsleiterinnen und Übungsleiter, für die Durchführung der Trainingseinheiten benötigtes, Material beschaffen oder anfallende Fahrt- und Verwaltungskosten finanzieren.

Für die Auszahlung der Förderung müssen die Sportvereine nach erfolgreicher Durchführung des Starterkurses eine Mittelanforderung und die entsprechende Teilnehmerliste an den Landessportverband Schleswig-Holstein übermitteln. Nach Überprüfung auf Vollständigkeit wird die Förderung an die Sportvereine überwiesen.

Die Schulungen

Die Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die "Alter in Bewegung" in einer Pflegeeinrichtung umsetzen möchten müssen über über eEine qualifizierte Ausbildung verfügen. Das sollte mindestens eine ÜL-C-Lizenz Schwerpunkt Erwachsene/Ältere sein oder eine vergleichbare/höherwertige Qualifikation und einschlägige Praxiserfahrung im Umgang mit der Zielgruppe.

Im Rahmen der Qualitätssicherung verpflichten sich die Übungsleiterinnen und Übungsleiter zudem an einer 15 Lerneinheiten umfassenden Übungsleiterschulung zum Projekt “Alter in Bewegung” des Landessportverbandes Schleswig-Holstein, mit folgenden Inhalten, teilzunehmen:

  • Zusammenarbeit zwischen Sportverein und Pflegeeinrichtung
  • Alltag und Strukturen in der Pflegeeinrichtung
  • Medizinische Besonderheiten der Zielgruppe
  • Theoretische Grundlagen zu funktionalem und kognitivem Training
  • Praxisbeispiele für funktionales Training mit pflegebedürftigen Senioren
  • Praxisbeispiele für kognitive Bewegungsaufgaben mit pflegebedürftigen Senioren

Darüberhinaus werden zur kontinuierlichen Optimierung des Projekts regelmäßige Qualitätszirkel für ausgebildete Übungsleiterinnen und Übungsleiter, die „Alter in Bewegung“ in der Praxis umsetzen, angeboten. Diese Qualitätszirkel nehmen Bezug auf aktuelle inhaltliche und organisatorische Entwicklungen des Projektes. Darüber hinaus werden den Übungsleiterinnen und Übungsleitern weitere Möglichkeiten des Bewegungstrainings im Bereich des Seniorensports mit hochaltrigen Pflegebedürftigen vermittelt. Zudem bekommen die Übungsleiterinnen und Übungsleiter hier die Gelegenheit zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch und können so voneinander profitieren.

Die Kosten für die Teilnahme an der Übungsleiterschulung bzw. den Qualitätszirkeln, sowie Unterbringung und Verpflegung werden vom Landessportverband Schleswig-Holstein übernommen. Die nächsten Schulungstermine finden Sie unter Schulungen.

Die Kooperationen

Kooperationen in Schleswig-Holstein:

  • Gesundheitssportverein Teamworks e.V.
  • TSV Plön von 1864 e.V.
  • Sportclub Strande e.V.
  • Rellinger Turnverein von 1900 e.V.
  • SV Tungendorf Neumünster von 1911 e.V.
  • Leben in Bewegung e.V.
  • Rödemisser SV
  • TSV Tarp
  • IF Stjernen Flensborg
  • SSV Klein Bennebek